Premiere unseres neuen Formats: Der nubibase Innovation Talk

Die Unternehmens-IT verändert sich rasant. Neue Technologien, steigende Datenmengen und wachsende Anforderungen machen die Arbeit für IT-Verantwortliche komplexer denn je. Viele Unternehmen stehen mit diesen Herausforderungen jedoch oft allein da – obwohl ein gemeinsamer Austausch wertvolle Orientierung bieten kann. Genau aus diesem Grund haben wir den nubibase Innovation Talk ins Leben gerufen: eine neue Formatreihe, in der wir IT-Verantwortliche, Expertinnen und Experten sowie Entscheider zusammenbringen wollen, um über aktuelle Technologiethemen, praktische Erfahrungen und Herausforderungen im Unternehmensalltag zu sprechen. Unser Ziel: Wissen teilen, gemeinsam Lösungen finden und ein Netzwerk schaffen, das im Alltag wirklich weiterhilft.
nubibase beim Innovation Talk

Künstliche Intelligenz in der Unternehmenspraxis

Zum Start unserer Reihe haben wir uns einem Thema gewidmet, das spätestens jetzt in jedem IT-Team angekommen ist: Künstliche Intelligenz in der Unternehmenspraxis.

Gemeinsam mit drei Professoren der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) haben wir einen praxisnahen Blick darauf geworfen, wie KI bereits heute genutzt wird – und worauf sich Unternehmen in den nächsten Jahren einstellen sollten.

Die Agenda bestand aus drei Vorträgen der Professoren aus unterschiedlichen Perspektiven: ERP-Systeme, Nachhaltigkeit und industrielle Qualitätssicherung.

1. ERP & KI – Hype oder Revolution?

Prof. Dr. Alexander Dobhan zeigte, wie KI-Funktionen in ERP-Systemen zunehmend zum Standard werden und welche Veränderungen sich dadurch ergeben.

Er demonstrierte konkrete Beispiele, darunter:

  • Kontextsensitive Hilfesysteme in ERP-Oberflächen, die Anwenderfragen automatisch beantworten.
  • KI-gestützte Reporting-Funktionen, die Daten analysieren, aggregieren und automatisch Diagramme erstellen.
  • Automatisierte Dokumentverarbeitung, etwa das Erkennen einer E-Mail und das automatische Anlegen eines Auftrags im ERP.

Sein Fazit:

KI ist kein abstraktes Zukunftsthema mehr – sie verändert Kernprozesse, Automatisierungspotenziale und Anforderungen an Datenqualität bereits heute. Gleichzeitig müssen Unternehmen Themen wie Datenschutz, Trainingsaufwände und Governance von Anfang an berücksichtigen.

2. Green-by & Green-in – Wie KI nachhaltigeres Wirtschaften unterstützt

Im zweiten Vortrag beleuchtete Prof. Dr. Frank-Michael Schleif, wie KI helfen kann, ökologischer und ressourceneffizienter zu wirtschaften. Er stellte zwei Dimensionen nachhaltiger KI vor:

  • Green-by KI: KI als Werkzeug zur Optimierung von Energieverbrauch, Logistik, Anlagensteuerung und Emissionen – z. B. durch Vorhersage, Optimierung oder Monitoring.
  • Green-in KI: Maßnahmen innerhalb der KI-Entwicklung, um Modelle selbst effizienter zu machen, z. B. durch Edge Computing, effizientere Hardware oder algorithmische Optimierung.

Anhand konkreter Projekte wurden die Potenziale sichtbar:

  • Optimierte Energielogistik für Fabriken.
  • Nachhaltigere Routenplanung autonomer Roboter.
  • Datengetriebene Energieanalysen in Produktionsanlagen.

Der zentrale Impuls: Unternehmen sollten Nachhaltigkeit von Anfang an in ihre KI-Strategie einplanen – nicht erst im Nachhinein.

3. KI-Qualitätskontrolle für Mehrwegbehälter

Wie KI hochkomplexe Sichtprüfungen in der Industrie unterstützen kann, zeigte Prof. Dr. Storath anhand eines beeindruckenden Praxis-Use-Cases: der automatisierten Qualitätskontrolle von Mehrwegbehältern.

Seine Forschung beschäftigt sich mit Verfahren, die lernen, wie eine „gute“ Kiste aussieht, und anschließend Abweichungen erkennen – ohne tausende Fehlerbilder zu benötigen.

Das Prinzip: Anomaly Detection.

Besonders anschaulich war der Blick in die „Heatmaps“ des Systems, die zeigen, wo die KI potenzielle Defekte erkennt.

Die Herausforderung laut Prof. Storath:

Während Benchmark-Daten nahezu perfekte Ergebnisse liefern, liegen reale Produktionsbedingungen deutlich darunter – etwa wegen Restnässe, Verschleiß oder Positionierungsvarianten. Trotzdem sind die Ergebnisse bereits heute vielversprechend und praxistauglich.

Was bleibt vom ersten Innovation Talk?

Die drei Vorträge machten deutlich:

KI ist längst in der Praxis angekommen – aber sie stellt Unternehmen vor strategische, technologische und organisatorische Entscheidungen.

Wesentliche Takeaways aus allen Beiträgen:

  • Klein anfangen, groß denken: Proof-of-Concepts liefern schnelle Erkenntnisse und bauen Know-how im Unternehmen auf.
  • Datenqualität wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor.
  • Ökologische und technologische Effizienz gehören zusammen.
  • Europäische Alternativen und Governance-Modelle gewinnen an Bedeutung.
  • Nicht alles muss im eigenen System passieren – Side-by-Side-Modelle schaffen flexibel erste Mehrwerte.

Wie geht es weiter?

Der nächste nubibase Innovation Talk findet am 03. Februar 2026 statt – diesmal mit Fokus auf Risk Management, IT-Security & Business Continuity. Wir freuen uns auf den weiteren Austausch, spannende Diskussionen und eine wachsende Community von IT-Professionals, die gemeinsam Zukunftsthemen gestalten.